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Institut für systemische PE und Coaching | | |
SportMentaltraining
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Mentaltraining, NLP und Hypnose im Sport
Seit Jahren gibt es einen Trend im Sporttraining zusätzlich zu Kraft-, Ausdauer- und Technik-Training
auch das Mentaltraining (MT) einzusetzen. Dabei scheint der Wirkungsgrad des MT in den verschiedenen
Bereichen doch recht unterschiedlich zu sein. So zeigt eine Meta-Analyse von 60 Studien über die Wirksamkeit
von Imaginationsübungen, wie sie 1983 von Feltz und Landers vorgenommen wurde, dass die
Wirksamkeit am geringsten bei Krafttests war (M=0,20), bei den motorischen Tests war die Wirkung schon
mehr als Verdoppelt (M=0,43) und am größten war die Wirksamkeit bei Tätigkeiten, die eine
kognitive Komponente enthielten (M= 1,44). (Zitiert nach Sporthypnosis, S. 44)
Die Grundüberlegung geht von der Beobachtung aus, dass selbst optimale Vorbedingungen in den ersten
drei Bereichen den Wettkampferfolg nicht garantieren, da Lampenfieber, Konzen- trationsschwäche,
Angst vor dem Gegner oder vor dem Versagen u.v.m., den Erfolg allzu oft in Frage stellen. Das MT ist
die Antwort auf diese Problematik. Zunehmend bekommt auch die Hypnose und NLP ihren legitimen
Platz unter den verschiedenen Techniken des Mentaltrainings. Im Zuge dieser Bewegung hat sich im amerikanischen
Sprachraum der Ausdruck „getting in one‘s zone“ eingebürgert. Damit ist die Zone, der
Zustand optimaler Konzentration und Leistungsfähigkeit gemeint; man könnte auch vom „flow Zustand“
sprechen.
Das MT wird auch für die Trainingsphasen selbst genutzt. Für die optimale Motivation für das
Training und für einen mentalen Zustand beim Training, so dass diese Zeit nicht nur „abgearbeitet“ wird,
sondern
einen maximalen Nutzen für den Trainierenden hat.
Die große Bedeutung sich angemessen entspannen zu können wurde immer wieder von Trainern und Athleten
betont. Hier seien nur die Methode der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen oder die
weiterentwickelte Methode von Suinn (Visual Motor Behaviour Rehearsal) erwähnt. Diese Methode basiert
im Wesentlichen darauf, dass einzelne Muskelgruppen gezielt angespannt und entspannt werden, so
dass eine klare Wahrnehmung für den Unterschied von angespannter und entspannter Muskulatur entsteht.
Die Vorannahme beider Methoden ist die von der Einheit von Körper und Geist. D.h. eine
entspannte Muskulatur bewirkt auch eine Entspannung des Geistes. Die Fähigkeit, unbedarft, also entspannt
und locker im Wettkampf sein zu können ist eher mit NLP in Kombination mit Hypnotechniken
möglich. Lockerheit im Wettkampf ist wesentlich die Voraussetzung, um der eigenen Strategie folgen zu
können. Dabei sind die eingesetzten Interventionen auf zukünftige Einwirkungen auf den Sportler
auszurichten in Kombination mit Interventionen, die auf Hemmnisse, die in der Vergangenheit Ihre Wurzeln
haben, wirken und diese neutralisieren.
Bensons Relaxation Response geht gerade den umgekehrten Weg. Er beginnt mit mentalen Entspannungstechniken,
die sich dann auf den Körper positiv auswirken. Seine Technik basiert auf der
Transzendentalen Meditation (TM), wie sie von Maharishi Mahesh Yogi entwickelt wurde. Sein Ansatz wurde
in den USA in den 60er Jahren populär. Er bemühte sich den Wirkungskern dieser Technik von
den esoterischen Beimischungen zu befreien.
All diese Techniken können in ihrer Wirkintensität durch einen Trancezustand und NLP erheblich verbessert
werden. Dazu kommt noch die Möglichkeit diesen spezifischen Trancezustand so zu ankern, dass
ein sehr schnelles Rehypnotisieren möglich wird; sowohl in der Hetero-Hypnose als auch in der Selbst-Hypnose.
Hier bietet sich z.B. eine Zählinduktion an. So dass das Zählen von 1-5 in die Trance
hinein und dass Zählen von 5-1 aus der Trance herausführt. Zusätzlich können spezielle Worte,
Geräusche oder innere Bilder zu Ankern für die schnelle Reinduktion genutzt werden.
Der Trancezustand kann dann genutzt werden um technische Bewegungsabläufe in „Zeitlupe“ zu visualisieren,
zur Zielfindung und -verankerung, zur Installierung nützlicher posthypnotischer
Befehle, zur Auflösung mentaler Blockaden, die typischerweise in bestimmten Phasen des Wettkamps auftauchen.
Aber auch zu hypnotischer Konzentration die alles, was außerhalb des
Wertkampfgeschehens ist ausblendet (single mindedness).
Ein gutes Beispiel für die Fähigkeit sehr schnelle Bewegungsabläufe in Zeitlupe ablaufen zu lassen ist
der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger im Turmspringen Greg Louganis. Er
zerlegte nach seiner eigenen Aussage den Sprung in einzelne Elemente (Salto, Schraube usw.) und begann
mit der Visualisierung dissoziiert, um dann allmählich in Position A auch die
Kienästhetik dazu zunehmen. Das Tempo des inneren Erlebens steigert er von ultralangsam bis zum Qriginaltempo.
Ressourcentransfer ist ein weiteres Thema, wie auch die Unempfindlichkeit gegenüber in fremden Sportstätten
wirkende Anker, sowie Resistens gegen mentale Einflüsse der gegnerischen
Sportler und die eigene mentale Stabilität.
Bei all den wünschenswerten Vorzügen der Entspannung muss natürlich immer darauf geachtet werden, dass
der Athlet nicht zu entspannt in das Match geht, da er dadurch leicht seinen
„Biss“ verlieren kann. Daher ist es nützlich auch den Zustand maximaler Anspannung und Leistungsbereitschaft
„auf Knopfdruck“ zur Verfügung zu haben. Bei einem Football Game gibt es
z.B. Spieler die diesen Zustand maximaler Leistungsfähigkeit während eines Spiels nur 5-10 Minuten tatsächlich
benötigen. Bleiben sie allerdings ununterbrochen in diesem Zustand
überfordern sie sich selbst und je länger das Spiel dauert, desto verkrampfter werden sie.
Egal ob wir von MT, Hypnose oder von NLP reden, immer spielt die Visualisierung oder die Imagination
eine wesentliche Rolle. Wobei wir unter Visualisierung ausschließlich das innere
Bildgeschehen meinen und unter Imagination auch alle anderen inneren Erlebnisse, in den verschiedenen
Rep.-Systemen. Im Sport natürlich vor allem auch das kienästhetische. Obwohl die
Imagination als ein wertvolles Mittel im MT anerkannt ist, beginnt die Hypnose bei der Unterstützung
dieser Fähigkeit Anerkennung bei den Profis zu gewinnen.
Bei all diesen Methoden ist die Hilfe spezialisierter Personen, Mentalcoaches, sinnvoll, da der Sporttrainer
kaum Zeit für den Einsatz dieser Methoden hat und andererseits ihm i.d.R. die
dazu notwendigen, hochspezialisierten Kenntnisse fehlen,
die dazu noch langjährig aufgebaut sein müssen.
Bitte senden Sie Ihre Kommentare an {ps.peter.gerlach@t-online.de}. Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 24.07.2002.
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